Der zerbrochene Krug
Erstelldatum24.02.2026
Am Freitag, den 6. Februar, wurde die Aula der Eugen-Grimminger-Schule in Crailsheim am Abend zum Gerichtssaal: Der Literatur und Theater Kurs der dreizehnten Klasse des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums führte das Theaterstück „Der zerbrochene Krug“ auf und verwandelte den Schulalltag für einen Abend in ein spannendes Gerichtsdrama.
Im Mittelpunkt des Stückes steht ein scheinbar harmloser Vorfall – ein zerbrochener Krug. Doch im Verlauf des Gerichtsprozesses wird deutlich, dass hinter dem Schaden weit mehr steckt als zunächst angenommen. Richter Adam soll klären, wer für den zerbrochenen Krug verantwortlich ist. Ironischerweise gerät er dabei selbst immer stärker unter Verdacht. Das Lustspiel von Heinrich von Kleist entlarvt Machtmissbrauch, Heuchelei und die Schwächen menschlicher Moral – auf humorvolle, aber zugleich kritische Weise.
Die Rollen wurden von allen Schülerinnen und Schülern eindrucksvoll ausgefüllt. Besonders hervorzuheben war Olivia Arauz Gutgesell als Richter Adam, der eigentlich für Gerechtigkeit sorgen soll, im Laufe des Prozesses jedoch zunehmend nervöser und unsicherer wirkt. Ihre Darstellung machte deutlich, wie sehr Adam unter Druck steht und versucht, seine eigene Schuld zu verbergen. Lasse Lehmann überzeugte als Gerichtsschreiber Licht, der das Verfahren aufmerksam begleitet und nach und nach erkennt, dass der Richter selbst in den Fall verwickelt ist.
Cosmina Stan spielte Frau Walter, die als Vertreterin von Ordnung und Autorität den Prozess kritisch beobachtet. Samatha Ernst übernahm die Rolle der verängstigten Eve, dem eigentlichen Opfer des Dramas. Eine weitere wichtige Rolle spielte außerdem Frau Marthe, die als Mutter Eves, diese entschlossen verteidigt und Gerechtigkeit für den zerbrochenen Krug fordert. Sie steht im Zentrum des Konflikts und ist zwischen Angst, Ehre und Wahrheit hin- und hergerissen. Die Rolle wurde überzeugend von Tatjana Schott verkörpert.
In den weiteren Rollen waren Esther Konrad, als aufgebrachter Ruprecht, der sich zu Unrecht beschuldigt fühlt und Lilia Zech als Veit, der Vater Ruprechts, welcher vor Gericht alles daransetzt, seinen Sohn zu verteidigen, zu sehen.
Unterstützt wird die Aufklärung des Falls im Drama im Weiteren durch die Magd, gespielt von Lea Höneise, deren Hinweis auf die fehlende Perücke des Richters ein entscheidendes Indiz darstellt. Schließlich trägt auch Ruprechts Tante Brigitte, humorvoll von Virág Orsolics interpretiert, maßgeblich zur Enthüllung der Wahrheit bei, indem sie den nächtlichen Eindringling als „Teufel“ beschreibt. Diese Beschreibung passt auffällig genau auf Richter Adam und verstärkt den Verdacht gegen ihn entscheidend – so konnte der Fall schließlich gelöst werden.
Die Theateraufführung glänzte durch Spielfreude, deutliche Rollenarbeit und einen guten Einsatz von Sprache und Ausdruck. Die Atmosphäre im Publikum wechselte zwischen gespannter Aufmerksamkeit und heiterem Lachen. Gerade die Mischung aus Humor und Ernst sorgte dafür, dass die Zuschauer dem Geschehen aufmerksam folgten und sich gut unterhalten fühlten.
Am Ende des Abends wurde deutlich, wie viel Arbeit und Mut in dieser Aufführung steckten. Der Literatur und Theater Kurs zeigte, dass Theater auch auf schulischer Ebene begeistern kann. Passend dazu fasste der LuT-Lehrer, Herr Berdau, seine Eindrücke mit einfachen, aber wirkungsvollen Worten zusammen: „Ich bin stolz auf euch!“
Alina Hertweck













