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Eugen Grimminger

1892 bis 1986

Eugen Grimminger
Eugen Grimminger

„Allzuschnell ist vergessen, was Ziel der damaligen Widerstandsbewegungwar. Ein Kampf um Gedankenfreiheit, freieMeinungsäußerung, Freiheit der Lebensgestaltung, Toleranzund Wahrung der Menschenrechte.“
(Eugen Grimminger am 21.04.1971 in einem Brief über die „Weiße Rose“ )

Sein Leben

  • Eugen Grimminger wird am 29. Juli 1892 in Crailsheim als siebtes Kind des Lokomotivführers Franz Xaver Grimminger und seiner Ehefrau Rosine Katharina geboren.
  • Besuch der Volks– und Realschule in Crailsheim, Verwaltungslehre auf dem Rathaus in Crailsheim.
  • 1914 bis 1918 Soldat im I. Weltkrieg, Heimkehr als überzeugter Pazifist.
  • 1918 bis 1922 Leiter des Kommunalverbandes des Oberamtes Crailsheim.
  • 1922 Heirat mit Jenny Stern, Tochter eines jüdischen Crailsheimer Kaufmanns.
  • 1922 bis 1935 Revisor und Oberrevisor beim landwirtschaftlichen Genossenschaftsverband in Stuttgart, Mitinitiator des modernen Milchwirtschaftssystems in Württemberg.
  • 1935 Entlassung aus seinem Amt wegen „jüdischer Versippung“.
  • 1935 bis 1943 Aufbau eines selbständigen Treuhand– und Beratungsbüros.
  • Ab November 1942 Beteiligung an der Widerstandsgruppe„Weiße Rose“, finanziert Flugblätter und ermöglicht Herstellung hoher Auflagen.
  • März/April 1943: Verhaftung, Verurteilung zu 10 Jahren Zuchthaus, entgeht der Todesstrafe durch Aussage von seiner Mitarbeiterin Tilly Hahn.
  • April 1943: Jenny Grimminger, seine Ehefrau, wird ins Konzentrationslager Ravensbrück geschafft und im Dezember 1943 in Auschwitz umgebracht.
  • Mai 1945: Eugen Grimminger wird Generalbevollmächtigter für Landwirtschaft und Ernährung in Württemberg.
  • Sommer 1945: Leiter des Württembergischen Landesverbands landwirtschaftlicher Genossenschaften, 1946 wird er ihr Präsident; er gilt als Pionier des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens nach dem II. Weltkrieg.
  • 1946 Gründung der Genossenschaftsschule in Schrozberg (später in Hohenheim) und 1947 der Landeszentralgenossen schaft Württembergischer Weingärtnergenossenschaften, weitere Zentralgenossenschaften folgten.
  • 1947 Heirat mit Tilly Hahn – seiner Lebensretterin im Prozess 1943.
  • 1957 Ehrensenator der Landwirtschaftlichen Hochschule Hohenheim.
  • Im „Ruhestand“ ab 1958, zahlreiche Ämter und Ehrenämter, darunter 1960 bis 1972 Leiter des Tierschutzvereins Stuttgart.
  • 1964 Gründung der Grimminger-Stiftung zur Erforschung von Krankheiten, die von Tieren auf Menschen übertragen werden.
  • Eugen Grimminger stirbt am 10. April 1986 im Alter von 93 Jahren in Stuttgart.

Biografie von Eugen Grimminger

Eugen Grimminger wurde am 29. Juli 1892 in Crailsheim geboren. Er war das siebente und jüngste Kind von Franz Xaver Grimminger, der sieben Jahre zuvor als Lokomotivführer nach Crailsheim versetzt worden war. 1887 kaufte der Vater das Haus Bahnhofstraße 15, das zum Geburtshaus Eugen Grimmingers wurde. In einer rückblickenden Beschreibung schildert Eugen Grimminger seine Eltern: Der Vater war (aber) sehr eigenwillig. Er, aus einer gut katholischen Familie, heiratete die protestantische Mutter, was zu einem bösen Zerwürfnis in der Familie führte. Die Mutter, (einzige Tochter von Eltern verschiedenster Herkunft – der Vater mit nächsten Angehörigen in Titlis, die Mutter aus einer alten Färber- und Maler-Zunft-Familie in Crailsheim-) war ihren sieben Kindern die fürsorglichste und liebste Mutter, die man sich denken kann.

Anlässlich unseres Pädagogischen Tages zur Person Eugen Grimminger, unserem Namensgeber wurde von Folker Förtsch, Stadtarchivar der Stadt Crailsheim, ein Referat verfasst.

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